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Kirche2go fragt: Was macht Weihnachten so besonders?

  • Beitrags-Kategorie:Kirchenjahr

Diesmal erklärt Pfarrer Sebastian Baer-Henney bei #Kirche2go wieso Weihnachten und die Weihnachtszeit für ihn etwas ganz besonderes sind.

Sind sie auch erschöpft von der Jagt nach den besten Geschenken? Von dem Jahr, das hinter Ihnen liegt? Sind Sie in Sorge um die Stimmung an Heiligabend? Machen Sie sich auch Gedanken darüber, ob alles perfekt zu Weihnachten passt? Der Baum der richtige ist oder das Essen wirklich schmecken wird?

Baer-Henney geht die Sache mit Weihnachten sehr pragmatisch an, denn „er brauche überhaupt nicht an Weihnachten darauf zu hoffen, dass da alles gelingt“, so Baer- Henney, „dass das ein super Fest wird, das das die super Familienatmosphäre wird, sondern“, so Baer-Henney weiter, „könne er einfach auch selber ganz bescheiden und klein da `ran gehen und sagen: lasst uns doch einfach mal gucken was passiert, weil Gott auf die Erde gekommen ist und er hat einfach auch erst mal geguckt was passiere.“

Baer-Henneys Zugang zu Weihnachten hilft uns, das Fest so zu sehen was es ist, nämlich die Geburt unseres Heilands in einem Stall. Aus diesem und aus ein paar weiteren Gründen mehr, sollten wir uns zum Fest einfach entspannen und die Zeit genießen – uns entschleunigen und die Geburt unseres Herren als das wichtigste Geschenk in dieser Zeit überhaupt annehmen. Was für ihn Weihnachten darüber hinaus bedeutet erklärt er hier sehr eindrucksvoll in in einer weiteren Folge von #Kirche2go

Wir wünschen Ihnen gesegnete und frohe Weihnachten!

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Den ganz Beitrag zum nachlesen:

Ich persönlich finde Weihnachten großartig weil es zeitlos ist. Das heißt, ich habe Zeit mit meiner Familie, ich habe Zeit einfach mal da zu sitzen und noch ein Glas Wein mehr zu trinken und darüber nachzudenken, wie schön es gerade ist, hier mit meinen Leuten zusammen.

Für mich ist Weihnachten erst mal das Fest wo wir als Christen die Geburt von Jesus feiern.

Das ist klar, das weiß wahrscheinlich auch fast jeder. Aber auch da würde ich noch mal einen Schritt zurück gehen und

sagen, was heißt das denn eigentlich? Dass Jesus geboren wurde heißt für mich, dass Gott auf die Erde gekommen ist. Gott ist Mensch geworden und möchte ganz nah bei den Menschen sein und er macht das nicht so wie in der griechischen Mythologie, dass er einfach mit einem großen Feuerwerk auf die Erde kommt und da ist der Allmächtige Gott. Sondern er macht das ganz subtil. Als kleines Kind ist er erstmal wehrlos und hilflos. Und das ist ja auch etwas ganz romantisches, diese Vorstellung in diesem Stall mit der Familie. Und alles ist von Kerzen erleuchtet und so kennen wir das. 

Da ist aber gleichzeitig was unglaublich machtvolles. Das kennen glaube ich Eltern am besten, die merken, dass ihr Kind Nachts Hunger hat. Es gibt kaum was mächtigeres als ein Kind, das Nachts Hunger hat weil man am nächsten Morgen einfach merkt, dass dieses Kind einen mit aller Macht alle Kraft genommen hat.

Gott will uns nicht die Kraft nehmen. Aber Gott ist mächtig, das merkt man daran, dass die Mächtigen sich damals direktbedroht gefühlt haben. Herodes hat alle Kinder umbringen lassen, weil er Angst hatte, dass da ein neuer König kommt.

Also ein kleines Kind kommt auf die Erde, Gott mit aller Macht und möchte gleichzeitig überhaupt nicht bedrohlich sein.

Gott hat etwas gemütliches, Gott hat was Herzliches, Gott hat was unheimlich Nahbares.  Ein Freund von mir hat mal gesagt: Gott ist so groß, dass er ganz klein werden kann.

Für mich heißt das, dass ich an Weihnachten auch ganz klein werden darf. Ich muss nicht immer was beweisen, weil Gott auch nicht immer was beweisen muss, sondern Gott kommt hier her und macht sich klein und ist einfach erst mal da bei den Menschen. Deswegen brauche ich Weihnachten überhaupt keinen Druck zu haben, ich brauche überhaupt nicht an Weihnachten darauf zu hoffen, dass das alles gelingt, dass das ein super Fest wird, das dass die super Familienatmosphäre wird, sondern ich kann einfach auch selber ganz bescheiden und klein da `ran gehen und sagen: lasst uns doch einfach mal gucken was passiert, weil Gott ist auf die Erde gekommen und hat einfach erst mal geguckt was passiert. Er hat in diesem kleinen Kind die ganze Welt verändert. Klingt ein bisschen wie eine Weihnachtspredigt jetzt, ist es vielleicht auch aber wenn man es mal auf den Punkt bringen will, kann man sagen, Gott macht sich ganz klein und will mit aller Macht ohne Angst regieren. Klingt gut und deswegen kann ich an Weihnachten entspannen, weil ich glaube, dass es einfach wichtigeres gibt als das perfekte Fest und weil ich an Weihnachten vielleicht auch merken kann, dass es Wichtigeres gibt als meine Agenda durchzuziehen, als meine Arbeit, als was weiß ich nicht alles, was mich da draußen so gefangen nimmt.

Einfach mal Zeit mit den Meinen, einfach mal Zeit für uns – ich finde das gut.

 

Text: APK
Foto(s): APK

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